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Das Van Damme-Stundenbuch

Das Van Damme-Stundenbuch

Das Van Damme-Stundenbuch

Entstanden in den Werkstätten des renommierten Schreibers Antonius van Damme und des berühmten Buchmalers Simon Bening, ist das Van-Damme-Stundenbuch ein Zeugnis höchster Kunstfertigkeit. Dieses Meisterwerk aus dem letzten goldenen Zeitalter der flämischen Buchmalerei besticht durch den Detailreichtum seiner Miniaturen, die Frische seiner Farben, die prächtigen Trompe-l’oeil-Ränder und die charmanten Kalenderseiten, die einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben im Flandern des 16. Jahrhunderts darstellen. Eindrucksvoll demonstriert das Van-Damme-Stundenbuch den hohen Rang der flämischen Buchkunst des 16. Jahrhunderts.

Ein faszinierendes Panorama

Das Van-Damme-Stundenbuch, datiert auf das Jahr 1531 und entstanden in Brügge, gehört zu den schönsten Werken der flämischen Buchmalerei des 16. Jahrhunderts. Auf 258 Seiten, in 32 ganzseitigen Miniaturen und zwölf reich verzierten Kalenderblättern, entfaltet sich ein faszinierendes Panorama in frischen, leuchtenden Farben: Vignetten, die von bäuerlicher Arbeit und aristokratischem Vergnügen erzählen; religiöse Szenen, die ruhige, meditative Würde ausstrahlen; üppige, samtig wirkende Landschaften; allesamt eingefasst in mit reichem Blumenschmuck verzierte Ränder. 

Die Entstehung eines Meisterwerks

Das prachtvolle Van-Damme-Stundenbuch ist benannt nach seinem Schreiber, Antonius van Damme (aktiv von 1495 bis 1545). Obwohl der Miniator der Handschrift, wie damals üblich, keine Signatur hinterlassen hat, werden die Miniaturen des Stundenbuchs dem flämischen Buchmaler und wohl größten Miniaturenmeister des 16. Jahrhunderts, Simon Bening (1483-1561), zugeschrieben. Das Stundenbuch enthält alle stilistischen und ikonographischen Elemente, die das großartige Oeuvre Benings charakterisieren – unter anderem auch die charmanten illuminierten Kalenderseiten, auf die er spezialisiert war.

Der größte Miniaturenmeister seiner Zeit

Unter den Meisterwerken Simon Benings, der aus einer Künstlerfamilie stammte, finden sich unter anderem das sogenannte Blumen-Stundenbuch, das Gebetbuch des Kardinals Albrecht von Brandenburg und das Da-Costa-Stundenbuch. Bening schöpfte aus einem ungewöhnlich breiten Spektrum an Quellen, die von den Tafelbildern des Hugo van der Goes bis hin zu Stichen von Schongaues reichen. Zudem ging er unglaublich kreativ mit diesen Vorlagen um, indem er sie abwandelte, kombinierte oder um Einzelmotive bereicherte. Das Van-Damme-Stundenbuch ist ein weiteres Zeugnis der Kunstfertigkeit und Innovationskraft des großen Miniaturenmeisters.

Herrliche Bildwelten voller Detailreichtum

Das Van-Damme-Stundenbuch enthält alle für Benings Werke typischen stilistischen und ikonographischen Elemente in schönster Ausführung: charmante Kalenderszenen, würdevolle religiöse Szenen, üppige Landschaften, Trompe-l’oeil-Ränder, und die genaue Beobachtung von Details und Texturen von Alltagsobjekten wie Textilien und Musikinstrumenten. Die zwölf Kalenderblätter geben mit ihrer Detailgenauheit einen faszinierenden Einblick in den Alltag im Flandern des 16. Jahrhunderts. Gesättigte Rot- und Blautöne dominieren die herrlichen Bildwelten des Stundenbuchs. Die Ränder der Handschrift sind geschmückt von Blumen in einem lockeren Streumuster.

Lichterfüllte Miniaturen 

Im Van-Damme-Stundenbuch erschuf Simon Bening unglaublich realistisch wirkende Miniaturen. Es scheint fast, als ob der Betrachter in das Bild eintauchen und die Figuren berühren könnte. “Close-Ups”, die die Figuren in den Miniaturen nah am Bildrand platzieren, reduzieren auf dramatische Weise die Distanz zwischen Betrachter und abgebildeter Figur, der Betrachter fühlt sich damit der Figur auch emotional näher.

Charakteristisch für Bening ist ebenfalls seine hohe Sensibilität für Landschaften und Atmosphäre: Viele kleine Pinselstriche ergeben eine Textur, die die Landschaften im Van-Damme-Stundenbuch wie von Licht durchzogen scheinen lässt.

Das Stundenbuch im Laufe der Jahrhunderte

Der Name des Auftraggebers der Handschrift ist nicht bekannt – der namhafte Schreiber und berühmte Miniator lassen darauf schließen, dass es sich um einen sehr wohlhabenden Kunden gehandelt haben muss. Als erster bekannter Besitzer des Stundenbuchs lässt sich im 18. Jahrhundert John Strange, ein englischer Archäologe, Diplomat und Sammler, identifizieren. Danach wanderte das Stundenbuch im Laufe der Jahre durch viele Hände und Sammlungen, bevor es 1911 von J. Pierpont Morgan in Paris erworben wurde. Heute ist das Van-Damme-Stundenbuch unter der Signatur MS M.451 in der Pierpont Morgan Library in New York zu finden.

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